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Seen, Felsen, Geister – 6 Naturwunder in Siebenbürgen, die du sehen musst, bevor du stirbst

Der Kreis Harghita liegt im Herzen der Ostkarpaten und ist mit seinen dichten Nadelwäldern, vulkanischen Bergen und märchenhaften Seen eine der abwechslungsreichsten Naturlandschaften Siebenbürgens. Das Gebiet ist reich an Millionen Jahre alten geologischen Formationen, Kraterseen, die von Vulkanen zeugen, Salzkarstformationen und Kalksteinschluchten. Diese geologische Vielfalt bietet einzigartige Möglichkeiten für Naturwanderungen und bewusste, wertorientierte Entdeckungen. Wer den Kreis Harghita besucht, findet nicht nur beeindruckende Landschaften, sondern erhält auch Einblicke in die Vergangenheit, die aus den Tiefen der Erde geformt wurde – und wer diese Schätze auf umweltbewusste Weise erkundet, trägt selbst zur Erhaltung der Region bei. Wir stellen Ihnen nun sechs besondere Orte vor, die zu den Naturschätzen des Kreises Harghita gehören.

Schneckenhügel von Korond – Aragonit-Lagerstätte und Fossilien im Salzland

Der Schneckenhügel von Korond ist ein 8 Hektar großes geologisches Reservat am nördlichen Ausgang von Korond (Rumänien) auf etwa 643 Metern Höhe. Hier befindet sich die größte Aragonit-Lagerstätte Rumäniens, ein karbonatisches Mineral mit metallischem Glanz, das als Halbedelstein gilt. Das Gebiet steht seit 1980 unter nationalem Schutz.

Der Lehrpfad ist gut ausgebaut: Schutzgeländer, Bänke und Informationstafeln helfen den Besuchern, sich zwischen den beeindruckenden geologischen Phänomenen zurechtzufinden. Hier können nicht nur Aragonit- und Calcitablagerungen, sondern auch in Calcit „eingefrorene“ Fossilien bestaunt werden.

(Foto: Visit Harghita FB-Seite)

Schneckenhügel von Korond – Aragonit-Lagerstätte und Fossilien im Salzland

Burg Rapsonné – legendäre Steinbastion in den Bergen

Eine der geheimnisvollsten mittelalterlichen Ruinen im Szeklerland befindet sich in der Nähe von Parajd auf einem bewaldeten, steilen Berggipfel. Die Überreste der Festung, die als Burg Rapsonné bekannt ist, liegen zwischen Andesitfelsen verborgen – moosbewachsene Mauern, in die Erde eingesunkene Steine und ein künstliches Wasserauffangbecken erzählen von der einstigen Bedeutung der Burg. Sie wurde vermutlich im 13. Jahrhundert erbaut und bot möglicherweise während der Mongoleninvasion Schutz für die Einheimischen, wurde jedoch nach kurzer Zeit aufgegeben. Die Natur hat die Mauern langsam zurückerobert, und heute verschmelzen die Ruinen fast vollständig mit ihrer Umgebung und bieten ein einzigartiges Erlebnis.

Die Burg ist von mehreren Legenden umwoben. Einige Geschichten erzählen, dass Rapsonné eine Fee oder Hexe war, die mit Hilfe einer schwarzen Katze und eines Hahns ihre Burg errichten ließ. Andere Überlieferungen verbinden sie mit ihren Geschwistern, die auch andere Burgen in der Region erbauten. Die bekannteste Geschichte besagt, dass Rapsonné einen Pakt mit dem Teufel schloss, um zur Messe nach Klausenburg reisen zu können: Sie ließ einen magischen Weg über die Berge bauen, im Gegenzug verlangte der Teufel das Gold von Parajd und das Silber des Tals. Doch Rapsonné überlistete den Teufel, der Weg verschwand, aber die Legende blieb. In der Umgebung der Ruinen wird auch heute noch von Rapsonnés Rose gesprochen, die demjenigen besonderes Glück bringt, der die Burg mit Respekt besucht. Der Ort ist nachhaltig zu Fuß erreichbar, wo die Stille der Natur und die Welt der Legenden die Besucher gleichermaßen in ihren Bann ziehen.

(Wo einst die Burg stand - Foto: Cazare Praid)

Burg Rapsonné – legendäre Steinbastion in den Bergen

Roter See – der See der Legenden

Der Rote See (Lacu Roșu) liegt am Fuße der Bicaz-Klamm und zeichnet sich durch die Baumstämme aus, die aus dem überfluteten Wald herausragen. Er entstand 1838 durch einen plötzlichen Erdrutsch. Die rötliche Färbung des Wassers ist auf das Sediment zurückzuführen, das vom Veres-Kő durch Regen abgewaschen wird.

Die Entstehung des Sees ist von einer tragischen und mystischen Volkssage umgeben. Der Legende nach wurde ein junges Mädchen namens Eszter von einem tyrannischen Räuberhauptmann entführt. Das Mädchen betete zu Gott um Befreiung, woraufhin die Himmlischen erzürnt waren: Ein gewaltiger Sturm brach aus, die einstürzenden Berge begruben den Entführer, und an seiner Stelle entstand der See. Die herausragenden Baumstämme sind Zeugen des zerstörten Waldes und der Vergangenheit.

Roter See – der See der Legenden

Bicaz-Klamm – das wilde Herz der Karpaten

Die von der Bicaz entwässerte Schlucht ist eines der bekanntesten Naturwunder Siebenbürgens. Sie wird von 200–300 m hohen Felswänden und kurvenreichen Pfaden geprägt. Die Bicaz-Klamm ist nicht nur eine landschaftliche Attraktion, sondern auch ein beliebter Übungsplatz für Alpinisten.

Die Schlucht bildet einen Durchgang zwischen Moldawien und Siebenbürgen und hat stets Handels- und Kulturbeziehungen vermittelt. Die Umgebung des sie umgebenden Nagyhagymás-Gebirges ist reich an endemischer Flora und Fauna und steht unter dem Schutz des UNESCO-Biosphärenreservats.

Bicaz-Klamm – das wilde Herz der Karpaten

Einsamer Stein – Felsgigant über den Wäldern

Eines der bekanntesten Wahrzeichen des Hagymás-Gebirges. Der Einsame Stein (Piatra Singuratică) ist ein 1608 m hoher, alleinstehender Dolomitblock, dessen markante Form schon von weitem erkennbar ist. Er ist sowohl von der Bicaz-Klamm als auch vom Nagyhagymás aus erreichbar.

Seinen Namen verdankt er seiner einsamen Stellung, wie ein Wächter über der Landschaft. Natürlich ist der Ort auch mit einer Legende verbunden: Einer Sage nach stand hier in uralten Zeiten ein Szekler Krieger Wache, der auf seine im Kampf gefallenen Kameraden wartete, die jedoch nie zurückkehrten. Die Götter verwandelten ihn in einen Felsen, damit er als ewiges Mahnmal stehen bleibt. Die nahegelegene Berghütte ist ein ausgezeichneter Rastplatz für Wanderer.

(Foto: Dezső László / Visit Harghita)

Einsamer Stein – Felsgigant über den Wäldern

Die Quellen von Borsec – Wasser des Lebens in den Armen der Karpaten

Borsec liegt im Herzen des Gyergyó-Gebirges und ist bekannt für seine mehr als 15 Mineralquellen. Der Begriff "Borvíz" stammt von hier und verweist auf die sprudelnden Kohlensäurequellen, die seit dem 16. Jahrhundert zu Heilzwecken genutzt werden. Die kristallklaren Wasser sind aufgrund ihrer unterschiedlichen mineralischen Zusammensetzung bei Verdauungs-, Kreislauf- und Bewegungsbeschwerden empfohlen. Spazierwege und Trinkbrunnen in der Umgebung der Stadt ermöglichen es den Besuchern, das Wasser direkt an den Quellen zu kosten.

Heute ist Borsec ein Vorzeigebeispiel für nachhaltigen Gesundheitstourismus: Das Geschenk der Natur wird seit Jahrhunderten mit Respekt von der lokalen Gemeinschaft genutzt, und die Gäste können sich auf verantwortungsvolle Weise in diese Tradition einfügen.

(Foto: https://statiuneaborsec.ro/)

Die Quellen von Borsec – Wasser des Lebens in den Armen der Karpaten

Abschließende Gedanken

Diese sechs Naturwunder sind nicht nur ein visuelles Erlebnis, sondern auch eine Reise in die geologische, kulturelle und spirituelle Tiefe Siebenbürgens. Ob die Kraft der Natur (Roter See, Bicaz-Klamm), vulkanische Energien (Sankt-Anna-See) oder erhebende Panoramen (Madarasi Hargita, Einsamer Stein) – diese Orte rufen den Menschen immer wieder zurück.

Reisen wir verantwortungsvoll – Der Kreis Harghita birgt besonders empfindliche Naturschätze, daher ermutigen wir alle Besucher, die Wege zu schonen, die Lebensräume der Einheimischen zu respektieren und nur Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen.

Abschließende Gedanken

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